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Selbstbewusstes Personal sorgt für Attraktivität
Tagung von Pastoralpsychologen zur
Personalentwicklung
Goslar. „Eine selbstbewusste Sicht auf eigene
Fähigkeiten stärkt Mitarbeitende in ihrem Beruf und macht Kirche
attraktiv.“ Da ist sich Tilman Kingreen, Pastoralpsychologe und Personalberater
der hannoverschen Landeskirche, sicher. „ Mitarbeitende gewinnen an
Ausstrahlung. Das macht Kirche bunt, lebendig und attraktiv.“ Auf der
Tagung „Personal Entwicklung Personzentriert“ in der Akademie der Diözese
Hildesheim unterlegte der evangelische Pastor diese These vor 30 Teilnehmenden
aus dem gesamten Bundesgebiet anhand seiner Arbeit.
Kingreen, der seit zwei Jahren die Arbeitsstelle für Personalberatung und
–entwicklung in Hannover leitet, machte deutlich: „Es ist wichtig, dass wir
Mitarbeitende darin stärken und fördern, Auskunft geben zu können über das, was
sie antreibt und welche Botschaft sie haben.“ Es komme daher entscheidend
darauf an, Menschen dabei zu helfen sich ihrer Kompetenzen bewusst zu werden
und ihre eigenen Ziele zu entwickeln. „Wenn es gelingt, sich der eigenen
beruflichen Leidenschaft zu nähern, dann entsteht daraus eine eigene
Wirksamkeit und Kreativität“. Bislang haben über 150 Pastorinnen und
Pastoren die Arbeit der Beratungsstelle genutzt, deren Angebot gegenwärtig auf
Geistliche beschränkt ist. So wie bereits im Bistum Freiburg praktiziert,
könnte es aber auch für andere Berufsgruppen attraktiv sein.
Peter Abel, promovierter katholischer Theologe und Leiter der Arbeitsstelle für
pastorale Fortbildung und Beratung der Diözese Hildesheim, sagte in seinem
Vortrag : „Personalentwicklung schaut aus der Vogelflugperspektive auf die
Organisation , aber auch auf die Mitarbeitenden und deren
Arbeitszufriedenheit.“ Das Personal seines Bistums stehe auf Grund des
Priestermangels vor gravierenden Herausforderungen. Das Ziel seiner Arbeit sei
es daher, ein „Mit-Unternehmertum“ zu fördern. „Wir wollen durch unsere
Arbeitsstelle Menschen darin befähigen, Freiräume für ihre Entwicklung zu
entdecken, aber auch die Last solcher Möglichkeiten zu tragen.“
Im Profit-Bereich der Personalberatung ist der Hildesheimer Trainer Albert Siepe
mit einem eigenen Unternehmen tätig. Für ihn sind die aktuellen Entwicklungen
vor allem durch die Burn out-Problematik geprägt. „Viele sind den
Erfordernissen des Berufsalltags so nicht mehr gewachsen.“ Siepe stellte
Modelle von Firmen vor, die für ihr Personal in beruflichen und persönlichen
Krisensituationen kostenlose Beraterangebote zur Verfügung stellen. Wichtig sei
es für Führungskräfte, wirklich wertschätzend und zielführend mit ihren
Mitarbeitenden umzugehen. „Das beginnt bei dem persönlichen Kontakt und wird
sichtbar in gesunden Arbeitsstrukturen.“
Die jährliche Tagung der Sektion „Personzentrierte Psychotherapie und
Seelsorge“ der „Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie“ (DGfP) fand
Mitte Januar im St. Jakobushaus Goslar statt. Die DGfP ist der Ökumenische Fachverband für
Seelsorge, Beratung und Supervision in Deutschland. In ihm sind rund 700
Pastorinnen und Pastoren, Priester und kirchliche Mitarbeitende
zusammengeschlossen, die in Seelsorge, Supervision, Ausbildung und Beratung in
kirchlichen Arbeitsfeldern tätig sind.
Weitere Informationen:
www.pastoralpsychologie.de
Stade, 21. Januar
2012 Sonja
Domröse
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Dr. Peter Abel, 2.v.r
 
Albert Siepe Tilmann Kingreen
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