Religionssensible politische Bildungsarbeit

Die Akademie St. Jakobushaus beteiligt sich mit einem Projekt am Bundesvorhaben „Respekt Coaches/ Anti-Mobbing-Profis“ der Jugendmigrationsdienste, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird:

Religionssensible politische Bildungsarbeit

Dieses Projekt will die spezifische Expertise von Jugendsozialarbeit und politischer Bildung zusammenführen. Es unterstützt im Sinne der Primärprävention die geplanten Präventionsmaßnahmen der Bundesregierung im Bereich des religiös motivierten Extremismus. Ziel ist es, angesichts der Bedeutung von Religion und Religiosität für die kulturelle Verortung von Jugendlichen interreligiöse Verständigung als einen wichtigen Baustein gesellschaftlichen Zusammenhalts zu stärken und junge Menschen zur Mitgestaltung ihrer politischen, religiösen und gesellschaftlichen Umwelt anzuregen. Religiosität wird dabei als Ressource und nicht defizitär betrachtet, sodass religiösem Extremismus vorgebeugt und zugleich das positive Potenzial von religiöser Kompetenz herausgearbeitet wird.

Religiös begründeter Extremismus gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Er ist mit seinem Angebot einer Jugendkultur insbesondere anziehend für orientierungslose Jugendliche und gibt vermeintlich einfache Antworten auf Entwicklungsfragen des Jugendalters. Um junge Menschen vor einer Radikalisierung zu schützen, müssen primär-präventive Maßnahmen an deren Lebensort angeboten werden. Dabei spielt nicht nur die Stärkung junger Menschen als mündige, demokratisch gebildete Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle. Auch das Aufzeigen von Lebensperspektiven durch eine sozialpädagogische Begleitung in der Schule und am Übergang von der Schule in den Beruf stabilisieren junge Menschen und sind damit ein wichtiger Schutz vor Radikalisierung. Eine ganzheitliche Präventionsstrategie vor Ort kann nur in Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe, Vereinen, Kommunen und weiteren Akteuren vor Ort erfolgreich sein.

Hier setzt das Projekt an: Es bündelt die Expertise von Schulen, Migrationsdiensten, Trägern politischer Kinder- und Jugendbildung und weiteren Akteuren:
- Schulen sind wichtige Anlaufstellen für primärpräventive Angebote.
- Jugendmigrationsdienste (JMD) bieten sozialpädagogische Beratung und Begleitung für die jungen Menschen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf bei ihrer beruflichen oder gesellschaftlichen Integration haben.
- Träger der Radikalisierungsprävention bzw. politischen Kinder- und Jugendbildung verfügen über Expertise in der primärpräventiven pädagogischen Arbeit.

(Aus dem Konzept des Bundesvorhabens „Respekt Coaches/ Anti-Mobbing-Profis“ der Jugendmigrationsdienste des BMFSFJ, September 2018)

Die Akademie St. Jakobushaus arbeitet mit verschiedenen Jugendmigrationsdiensten (JMDs) in Niedersachsen zusammen. Mit dem JMD des Caritasverbandes Braunschweig bietet sie beispielsweise Projektwochen zum Thema Vielfalt an, spezielle Workshops zu den Themen Identität/Werte – Vorurteile/Diskriminierung – Courage sowie spezielle Präventionswochen. Auch mit den JMDs in Trägerschaft der Caritas in Gifhorn, Cloppenburg und Osnabrück (Stadt und Land) werden gemeinsame Konzepte und Angebote der Primärprävention erarbeitet, Schulen angeboten und durchgeführt.

Laufzeit: 01.03.2018 bis voraussichtlich 31.12.2019

Projektkoordination: Ann-Kristin Beinlich

Das Projekt wird von der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in Deutschland (AKSB) koordiniert. Deren Projekt-Website finden Sie hier.

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