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Geschichte |
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Das Gebäude des St. Jakobushauses wurde 1901 am Rande der Goslarer Altstadt errichtet, ursprünglich als repräsentatives Wohnhaus der Industriellenfamilie Alberti. 1859 war im Rammelsberg ein neues Erzlager entdeckt worden, und die Wirtschaft erfuhr dadurch einen enormen Aufschwung. Am Ende dieses ereignisreichen Jahrhunderts setzte in Goslar ein regelrechter Bauboom ein, der die ehemaligen Befestigungsmauern sprengte. Neben dem eigentlichen Wohnhaus, der Villa Alberti, entstanden auf dem Grundstück verschiedene Wirtschaftsgebäude, so das Gartenhaus, das Weinhaus, das Warm- und Kalthaus, ein Mittelbau, die Anlage für die Wasserheizung sowie ein achteckiger Wintergarten.
Ab September 1902 diente das Haus der sechsköpfigen Familie und ihren Angestellten als Wohnhaus. Neben der Köchin, evtl. mit Familie, dem Küchenpersonal und Zimmermädchen und sonstigen Dienstboten mögen so um die zehn Personen in dem Haus gelebt haben. Hinzu kommen die beiden Gärtner, die mit ihren Familien das Gartenhaus bewohnten.
Das Erdgeschoss des großen Wohnhauses und Teile des ersten Obergeschosses dienten natürlich repräsentativen Zwecken: Salon, Wohnzimmer, Damen- und Herrenzimmer, Speisezimmer und großer Wintergarten im Erdgeschoss, Saal, Gesellschaftszimmer und Wohnzimmer im Obergeschoss. Dort befanden sich auch ein Schlafzimmer und zwei Kinderzimmer.
Im zweiten Obergeschoss sind drei große Räume als Fremdenzimmer bezeichnet, auch befanden sich hier eine Stube, eine Kammer und eine eigene Küche für das Dienstpersonal.Der Wirtschafts- und Dienstbotentrakt war durch einen separaten Eingang zu betreten. Dort befanden sich im Erdgeschoss Küche und Speisekammer und im ersten Obergeschoss zwei Kammern.Im Keller schließlich waren Waschküche, Plättstube, Heizkeller und Kohlenkeller zu finden und zu guter Letzt war das heutige Sekretariat als Laboratorium eingerichtet, und dessen Angestellter lebte ebenfalls im Haus.
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St. Jakobushaus |
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Nach dem Tod des Erbauers 1922 wurden etliche Räume der Villa zu
Geschäftsräumen umfunktioniert, bis sich die Familie entschloss, Haus
und Grundstück zu verkaufen. 1945 beschlagnahmte die britischen
Besatzungsmacht das Haus - sie zog sich jedoch sehr früh wieder zurück.
Daher konnten die Räume als Wohnstätte für Heimatvertriebene und
Flüchtlingsfamilien genutzt werden; außerdem beherbergte die Villa in
dieser Zeit etliche Betriebe. Die Witwe des Kommerzienrates, Else
Alberti, wohnte noch bis 1953 in dem Haus.
Nach dem Krieg stieg die Zahl der Katholiken in Goslar erheblich, und
man benötigte dringend eigene Räumlichkeiten. Als die Villa Alberti zum
Verkauf angeboten wurde, entschloss sich die St. Jakobigemeinde unter
besonderem Einsatz von Dechant Winter, diese als Gemeindehaus zu
erwerben. Die prächtige Villa heißt seither St. Jakobushaus und wird
seit 1958 als Bildungshaus genutzt.
In den Jahren 1974/75 wurde das St. Jakobushaus zum ersten Mal
erweitert, um dem gestiegenen Veranstaltungsprogramm Rechnung zu
tragen. Entlang der Reußstraße entstanden 8 Zimmer mit Nasszellen und
eine Wohnung. Ein zweiter Erweiterungsbau wurde 1985/86 errichtet: Der
neue Gebäudetrakt an der Südostterrasse ist direkt mit dem Hauptgebäude
verbunden und umfasst einen Vortragsraum sowie die St. Norbert-Kapelle.
Gleichzeitig entstand ein Gästehaus mit 12 Zimmern anstelle der
baufälligen Gebäude an der Tappenstrasse, das "Dechant-Winter-Haus".
Mehr zur Geschichte des Hauses erfahren Sie in unserer Broschüre "Die Villa Alberti auf dem Georgenberg" von Bettina Fritzsche.
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