Was geschieht, wenn wir beten?
Theologische Annäherungen an das Bittgebet 3.-5.2.2012


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Seminar für Fachkräfte in KiTas
6.-8.2.2012



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Lehrerfortbildung: Einführung in die gewaltfreie Kommunikation Drucken E-Mail

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Dr. Wolfgang Gleixner

1. Es gibt unterschiedliche Instrumente der Konflikt-Lösung. Zu Recht wird ihr viel Aufmerksamkeit geschenkt.

2. Die gleiche Aufmerksamkeit sollte der Konflikt-Prävention geschenkt werden.

3. Eine sehr wesentliche Form der Konflikt-Prävention ist die gewaltfreie Kommunikation.

4. Sprache – darauf hat die Philosophie schon vor Jahrzehnten aufmerksam gemacht – ist kein "neutrales" Instrument; sie bildet nicht nur Welt, Dinge, Zustände ab. Sprache, Sprechen, Kommunikation konstituiert Wirklichkeit.

5. Werfen wir zunächst einen Blick auf die "alltägliche Kommunikation" in unserer Gesellschaft (unsere: sogenannte "normale" Interpersonalität).

5.1 Die These: Unsere alltägliche Kommunikation (die kommunikativen Muster, die zuerst und zumeist unseren Umgang miteinander bestimmen; die wir wie selbstverständlich auch an unsere Kinder weitergeben) ist eine Kommunikation, die das Mitgefühl blockiert.

5.2 Der Einfachheit halber (und um ein einprägsames Bild einzuführen) nennen wir diese alltägliche Kommunikation: die Wolfssprache.

5.3 Um im Bild zu bleiben: Im alltäglichen Umgang miteinander haben wir "Wolfsohren" auf; wir hören als Wolf nicht nur in die Welt hinein; sondern auch auf uns selbst, unser Innenleben hören wir mit Wolfsohren.

5.4 Es gibt eine Geschichte der Konfliktmuster; der Gewaltkommunikation: Eltern – Kind – Eltern – Kind. Das erste, was wir im Umgang miteinander und mit uns selbst erlernen ist, den Anderen (und uns selbst) zu analysieren, zu klassifizieren.

5.5 Funktioniert der Andere (oder ich selbst) nicht so wie ich es möchte (oder erwarte), gehe ich davon aus: Mit dem Anderen stimmt etwas nicht. Das begründe ich möglicherweise:

Moralisch: Der Andere ist faul, dumm, schlecht;

Wissenschaftlich: Der Andere ist krank, neurotisch;

Sozial: Der Andere hat schlechte Manieren, ist schlecht erzogen.

5.51 Diese Wolfssprache ist destruktive Kommunikation:

Die Transaktionsanalyse (Berne) benennt mit ihren "Spiele, die die Menschen treiben" so eine Art Grammatik (wiederkehrende Muster) der Wolfssprache: zum Beispiel

    • "... ja, aber ..."
    • "Herummäkeln"
    • "In die Enge treiben"
    • "Gekränkte Unschuld"
    • "Gerichtssaal"
    • "Opferspiel" ("Wenn es nicht Deinetwegen wäre")
    • "Aufeinander hetzen"
    • "Psychiatrie" ("Pseudo-wissenschaftliches Herumdeuteln")

6. Einige Stichworte zur gewaltfreien Kommunikation

6.1 Ziel ist, einen Kommunikationsprozess zu initiieren: der es ermöglicht, die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse der Anderen zu verstehen; und sich also so zu verständigen, dass es möglich wird (wenigstens leichter fällt), auf diese Bedürfnisse (Verlangen, Nöte, usw.) einzugehen.

6.2 Voraussetzung ist: sich über die eigenen Bedürfnisse, Wünsche klar zu werden.

Verstehen lernen, die Gefühle hinter den Aussagen der Anderen (die unerfüllten Bedürfnisse, Bitten hören) verstehen.

(Als erste Bitte formuliert: Lenke die Aufmerksamkeit auf die Gefühle, Bedürfnisse hinter den Aussagen)

Verstehen lernen, was bewegt den Anderen dazu, jetzt meine Wünsche zu erfüllen (welche Energien treiben ihn an). Erfüllt er z. B. meine Bitten jetzt als Furcht, Scham, so könnte die Erfüllung meiner Bitten jetzt auf Kosten der Beziehung in der Zukunft gehen.

6.3 Voraussetzung der gewaltfreien Kommunikation ist ein Vokabular zu entwickeln, mit dem wir unseren (jeweiligen) emotionalen Zustand klar ausdrücken können. Unser Gefühlsvokabular (Schulz von Thun) ist unterbelichtet.

Erster Schritt: Der anderen Person klar sagen, wie es mir geht

(wie ich mich fühle)

ohne

etwas zu sagen, was sich wie Kritik oder Angriff anhört.

Zweiter Schritt: Eine Mitteilung folgen lassen, was ich jetzt brauche und nicht bekomme.

Ein Austausch darüber:

    • Was beobachte ich – was beobachtest Du?
    • Was fühle ich? – Was fühlst Du?
    • Was brauche ich? – Was brauchst Du?
    • Wie geht es mir? – Wie geht es Dir?
    • Was möchte ich gerne? – Was möchtest Du gerne?

7. Möglichkeiten bietet beispielsweise auch die themenzentrierte Interaktion. Ruth Cohn schreibt: "Empathie und Intuition funktionieren nur, wenn wir mit anderen Menschen fühlen können, ohne dabei unsere Integrität zu opfern."

Einige Grundsätze der themenzentrierten Interaktion können als erste Schritte (als Lernprogramm) zu einer gewaltfreien Kommunikation genommen werden:

1. Vertritt Dich selbst in Deinen Aussagen: Sprich "ich".

2. Stellst Du eine Frage, sage, warum Du fragst (Sag Dich selbst aus)

3. Sei authentisch und selektiv in Deiner Kommunikation (Mach Dir bewusst: Was Du denkst und fühlst)

4. Halte Dich mit Interpretationen so lange wie möglich zurück (Sprich Deine persönlichen Reaktionen aus)

5. Sei zurückhaltend mit Verallgemeinerungen

 

 
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